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Mindener Dom
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Der Mindener Dom St. Gorgonius und St. Petrus Apostelcite-ref-1[1] ist eine römisch-katholische Propsteikirche in der ostwestfÀlischen Stadt Minden in Nordrhein-Westfalen. Ihre Dompropsteigemeinde gehört zum Pastoralverbund Mindener-Land des Erzbistums Paderborn.

Der Mindener Dom war die Bischofskirche des um 800 von Karl dem Großen in Minden gegrĂŒndeten Bistums Minden. Die katholische Diözese nĂ€herte sich bereits Mitte des 16. Jahrhunderts in der Reformation dem Protestantismus an. Mit dem WestfĂ€lischen Frieden 1648 wurde die Diözese de facto aufgehoben, ebenso wie das aus der Diözese als geistliches Territorium entstandene Hochstift Minden. Nach Aufhebung des Bistums erhielt der Dom den Status einer römisch-katholischen Pfarrkirche, die 1859 zur Propsteikirche erhoben wurde. Heute gehört er zum Erzbistum Paderborn.

Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der Dom baugeschichtlich von einer einfachen Saalkirche ĂŒber eine karolingisch-romanische Basilika mit monumentalem Westwerk zur heutigen gotischen Hallenkirche mit romanischem Westriegel. Das lichtvolle, hochgotische Langhaus und seine großen Maßwerkfenster waren stilprĂ€gend fĂŒr eine Reihe spĂ€terer Kirchenbauten. Fast 600 Jahre lang blieb der Mindener Dom so gut wie unverĂ€ndert, bis er im Zweiten Weltkrieg bei einer Bombardierung der Altstadt am 28. MĂ€rz 1945 beinahe völlig zerstört wurde. In den Jahren 1946–1957 wurde er unter der Leitung von Dompropst Josef Parensen und des Architekten Werner March wieder aufgebaut.cite-ref-2[2]

Zu den wertvollsten KunstschĂ€tzen des Doms gehören das romanische Mindener Kreuz aus dem frĂŒhen 12. Jahrhundert und eine Nachbildung der Goldenen Tafel; ihr Original besitzt die Berliner Skulpturensammlung. 1168 traute Bischof Werner von BĂŒckeburg Heinrich den Löwen und Mathilde von England im Mindener Dom.

Contents

‱ Lage
‱ Westriegel
‱ Langhaus
‱ Querhaus
‱ Chor
‱ AltĂ€re
‱ Altarbild
‱ Taufstein
‱ Apostelfries
‱ Epitaphe
‱ Kanzel
‱ Orgeln
‱ Westorgel
‱ Chororgel
‱ Glocken
‱ Domschatz
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Medien
‱ Weblinks

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Lage

Der Dom liegt in der unteren Altstadt von Minden. In der Zeit des Bistums Minden befand sich die Stadt in einer sĂŒdwestlichen Randlage des Bistums, das sich im Nordosten bis in die LĂŒneburger Heide erstreckte. Im 90-Kilometer-Radius um Minden lagen zu dieser Zeit die Bischofskirchen der angrenzenden katholischen Diözesen Verden und Bremen im Norden, Paderborn im SĂŒden, OsnabrĂŒck im Westen und Hildesheim im Osten.

Der Mindener Dom wurde auf der westlichen Uferterrasse der Weser nahe einer alten Furt, dem einzigen gĂŒnstigen FlussĂŒbergang nördlich der Mittelgebirge bis Bremen, errichtet.cite-ref-ausgrabung-25-3-0[3] Die Uferterrasse ist eine natĂŒrliche schildartige Erhebung, die die Umgebung um gut vier Meter ĂŒberragt.cite-ref-ausgrabung-25-3-1[3] Zusammen mit der Johannisfreiheit, dem spĂ€teren Wichgrafenhof, dem Deichhof sowie der angrenzenden Bebauung von Markt, Scharn und BĂ€ckerstraße bildete die Domfreiheit den grĂ¶ĂŸten Teil der hochwassergefĂ€hrdeten Unterstadt.cite-ref-bkw-1137-4-0[4] Diese war zunĂ€chst durch WĂ€lle und GrĂ€ben gegen die Weser, aber auch gegen die Stadt abgegrenzt und wurde im spĂ€ten 12. Jahrhundert durch die Stadtmauer befestigt. Die Befestigung der Domfreiheit bot Schutz gegen die regelmĂ€ĂŸigen Überflutungen; dennoch soll beim Magdalenenhochwasser 1342 sowie am 10. Februar 1375cite-ref-schroeder-5-0[5] die Weser auch in den Dom geflossen sein.cite-ref-mt-2006-6-0[6]

Die Mindener Domburg reichte mit einer FlĂ€che von etwa 250 × 170 Metern annĂ€hernd an die Anlagen in Paderborn und MĂŒnster heran.cite-ref-ausgrabung-28-7-0[7] Auf der Domfreiheit wurden ab dem 11. Jahrhundert weitere kirchliche Bauwerke errichtet. Erbaut wurden unter anderem KurienhĂ€user und der Bischofspalast. Das Areal der Domfreiheit glich damit der stĂ€dtischen Bebauung der Stadt Minden. Die ehemalige Grenze der DomimmunitĂ€t ist heute stĂ€dtebaulich kaum mehr erkennbar.cite-ref-ausgrabung-33-8-0[8]

Die an den Dom grenzenden PlĂ€tze werden als Kleiner und Großer Domhof bezeichnet. Der Kleine Domhof liegt vor dem Westriegel des Doms. Er ist der Vorplatz zum Haupteingang des Doms im rĂ€umlichen Abstand zur Stadt. An der Westseite des Kleinen Domhofs steht das Alte Rathaus, an der Nordseite der Rathausneubau des Architekten Harald Deilmann von 1978 und an der SĂŒdseite das Haus am Dom, in dem der Domschatz ausgestellt wird. Nördlich des Doms liegt der grĂ¶ĂŸte innerstĂ€dtische Platz der Stadt Minden, der Große Domhof. Er schließt sich mit seinem östlichen AuslĂ€ufer an den Chor des Doms an. Das jetzt verschlossene Bischofsportal war einst der Zugang zum Dom vom Großen Domhof aus. An der Westseite des Platzes steht die Alte Regierung des preußischen Regierungsbezirks Minden, deren VorgĂ€ngerbau der Bischofshof war. An der östlichen Seite des Platzes stehen zwei restaurierte KurienhĂ€user. Eines davon beherbergt heute die Dompropstei. SĂŒdlich schließt sich das ehemalige Domkloster mit dem Klosterhof (Kreuzhof) an den Dom an. Der fĂŒr westfĂ€lische Sakralbauten ungewöhnliche zweistöckige Kreuzgang mit Ost- und SĂŒdflĂŒgel entstand 1140.cite-ref-ausflugsziele-9-0[9]

Funktionen des GebÀudes

Der Kirchenbau war bis 1648 die Bischofskirche des um 800 entstandenen Bistums Minden. Mit der Reformation nĂ€herten sich die Mindener Bischöfe Mitte des 16. Jahrhunderts der lutherischen Lehre an. Zwar kam mit Franz Wilhelm von Wartenberg 1631 erneut ein entschieden katholischer Bischof auf den Mindener Thron, im WestfĂ€lischen Frieden wurde aber 1648 Minden endgĂŒltig protestantisch. Am 24. Oktober 1648 wurde das Bistum praktisch aufgelöst, und das Hochstift Minden fiel als FĂŒrstentum Minden an Brandenburg-Preußen. Das Territorium und große Teile des Vermögens des Bistums fielen an den weltlichen Herrscher Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Im Dom blieb jedoch der Bischofsstuhl zunĂ€chst stehen; formal löste die katholische Kirche das Bistum endgĂŒltig erst 1821 auf. Der Dom war weiterhin Stiftskirche des Domkapitels, in das nun auch Protestanten Einzug hielten. Im Dom wurde Gottesdienst aber ausschließlich nach römisch-katholischem Ritus gefeiert. Haupt der katholischen Domgemeinde war der Domprediger. Der Abt des Klosters Huysburg hatte das Vorschlagsrecht fĂŒr die Besetzung der Dompredigerstelle, weshalb die meisten Domprediger Mönche des Klosters Huysburg waren. Sie mussten vor Antritt der Stelle eine Probepredigt halten.

1803 wurden infolge des Reichsdeputationshauptschlusses zahlreiche Stifte in der Region aufgehoben, so auch 1810 in der napoleonischen Ära das Domkapitel. Infolge dieser SĂ€kularisation ist das Land Nordrhein-Westfalen heute PatronatstrĂ€ger fĂŒr den Mindener Dom.cite-ref-pfarrnachrichten-10-0[10] 1821 hob Pius VII. das Bistum Minden auch kirchenrechtlich endgĂŒltig auf. SpĂ€testens seit 1821 war der Dom nur noch einfache katholische Pfarrkirche im Erzbistum Paderborn.cite-ref-11[11] Im Sprachgebrauch wurde das GebĂ€ude jedoch auch nach 1821 wegen seiner (geschichtlichen) Bedeutung und GrĂ¶ĂŸe als Dom bezeichnet. 1859 wurde der Dom zur römisch-katholischen Propstei erhoben. Der leitende Domgemeindepfarrer trĂ€gt seitdem den Titel Propst.

Im Dom wird tĂ€glich die heilige Messe gefeiert. In das ehemalige Domkloster, das mit dem Dom ĂŒber den Kreuzgang verbunden ist, zog das Pflege- und Altenheim St.-Michaels-Haus ein. In der Kapelle, die zum Dom gehört, wird monatlich ein evangelischer Gottesdienst gehalten. Auf dem westlich vorgelagerten Kleinen Domhof finden in den Sommermonaten Musikveranstaltungen statt, die das Westwerk des Doms hĂ€ufig mit in das Lichtkonzept einbinden. Der Dom wird auch fĂŒr Weihnachtskonzerte genutzt. Mit ĂŒber 1000 PlĂ€tzen gehört er zu den grĂ¶ĂŸeren VeranstaltungsrĂ€umen in Minden.

Grundriss sowie Übersicht ĂŒber die GebĂ€udeteile und die Ausstattung

grundriss

GebÀudeteile:


Baugeschichte

Der karolingische Dom

In den Sachsenkriegen gelang den christlichen Franken um 800 die Unterwerfung der Sachsen. Im Zuge ihrer Christianisierung entstanden in den sĂ€chsischen Siedlungsgebieten christliche Missionszentren. Beispiele sind MĂŒnster, Corvey, Paderborn, Herford und Minden. 799 grĂŒndete Karl der Große ein Domstift in Minden und vermutlich um oder kurz nach 805 das Bistum Minden.cite-ref-ehlers-13-0[13] Es entstand zunĂ€chst eine einfache, turmlose Saalkirche, bestehend aus einem schlichten Saal und einem quadratischen, flachen Kastenchor. Diese karolingische Bauform war typisch fĂŒr die in Westfalen nach der Sachsenmission gebauten Kirchen wie zum Beispiel in Paderborn.cite-ref-deuker-8-14-0[14] Der Bau wurde ĂŒber einer Brunnenanlage, vermutlich einem vorchristlich-sĂ€chsischen Brunnenheiligtum, errichtet.cite-ref-roesner-23-15-0[15] Diese Brunnenanlage wurde bei den Grabungen 1936 bis 1949 unterhalb der Vierung freigelegt und enthielt noch Wasser.cite-ref-gelderblom-16-0[16] Bei Grabungen im 20. Jahrhundert stellte sich heraus, dass dieser erste Dombau die Lage der Vierung und die Ausrichtung des Mittelschiffes des heutigen Dombaus bestimmte.cite-ref-deuker-8-14-1[14] Im Gegensatz zum heutigen Dom besaß dieser Bau wahrscheinlich eine Außenkrypta von nicht mehr bekannter GrĂ¶ĂŸe, etwa an der Stelle der heutigen Sakristei. Der karolingische Dom wurde 947 durch eine Brandkatastrophe zerstört.cite-ref-17[17]cite-ref-roesner-4-18-0[18]

Der spÀtkarolingisch-ottonische Dom

952 wurde der Nachfolgebau des karolingischen Doms, eine dreischiffige, flachgedeckte Basilika, fertiggestellt. Die Seitenschiffe waren sehr schmal im Vergleich zum breiten Mittelschiff; das BreitenverhĂ€ltnis zum Mittelschiff war 1 : 4.cite-ref-deuker-8-14-2[14] Das Querhaus konnte vermutlich vom karolingischen VorgĂ€ngerbau ĂŒbernommen werden.cite-ref-19[19] Außerdem wurde zum ersten Mal ein dreitĂŒrmiges Westwerk integriert. Dieses Westwerk war vermutlich als Raum fĂŒr den Kaiser oder König gedacht, der dort auf einer in das Langhaus hineinragenden Empore an den Gottesdiensten teilnehmen konnte. Wenn diese Vermutung zutrifft, bestĂ€tigt das Westwerk des Mindener Doms die ĂŒberregionale Bedeutung der Mindener Bischofskirche als Residenzort des Kaisers. Besuche des Kaisers in Minden lassen sich fĂŒr diese Zeit nachweisen.cite-ref-kessemeier-8-20-0[20] Die beiden SeitentĂŒrme des Westwerks flankierten eine offene, tonnengewölbte Vorhalle. Eine Emporenanlage ĂŒberspannte diesen Bereich. Der Nordturm war, im Gegensatz zu dem die Treppenanlage tragenden SĂŒdturm, in mehrere Etagen unterteilt und besaß einen Zugang vom nördlich angrenzenden Bischofshof. Damit war der Zutritt zum Dom von dort aus gewĂ€hrleistet. Das mittlere Quadrum (Quadrat) des Westwerks war von einem dritten Turm ĂŒberbaut. Die niedrigen seitlichen TreppentĂŒrme des heutigen Westriegels stammen noch aus dieser Bauphase.

Ähnlichkeiten des Mindener Westwerks bestehen mit dem der Abteikirche in Corvey. Auch dort ist das Westwerk aus dieser Zeit zweigeschossig mit Empore und drei TĂŒrmen. Der Mindener Bau wurde 952, 70 Jahre nach Corvey, von Bischof Helmwardt geweiht. Zur Weihe wurden die Gebeine des heiligen Gorgonius aus dem Kloster Gorze in Lothringen dauerhaft nach Minden ĂŒberfĂŒhrt.cite-ref-kessemeier-8-20-1[20]

Zu Pfingsten 1062 hielt sich König Heinrich IV. in Minden auf; am 24. Mai (St.-Vincenz-Tag) kam es dort zu einem Brand, der den Dom und die nahegelegene Johanniskirche zerstörte.cite-ref-ri1062-21-0[21] Eine zeitgenössische Quelle nennt keine Brandursache; die gelegentlich angefĂŒhrte Behauptung von Streitigkeiten zwischen königlichem Gefolge und BĂŒrgern ist in der PrimĂ€rĂŒberlieferung nicht belegt.cite-ref-22[22] Auch große Teile der Siedlung nahmen Schaden.cite-ref-bkw-60-23-0[23]

Der Eilbert-Dom

Nach der Zerstörung der spĂ€tkarolingischen Kirche wurde im Jahr 1071 ein Neubau des Doms errichtet, der nach seinem Erbauer Bischof Eilbert benannte Eilbert-Dom. König Heinrich IV. unterstĂŒtzte die Finanzierung mit Erlösen aus einem Gut, das er der Mindener Kirche ausdrĂŒcklich als EntschĂ€digung fĂŒr den Brand geschenkt hatte.cite-ref-bkw-60-23-1[23] Bei dem Bau wurde das mĂ€chtige Westwerk verĂ€ndert und der Front eine eingeschossige Eingangshalle vorgelagert, die sich mit drei Pfeilerarkaden öffnete. Sie bildet den unteren Teil des heutigen Paradieses, der Vorhalle des Doms. Das basilikale Langhaus wurde in seiner Form beibehalten. Völlig neu entstand ein romanisches, dreijochiges Querhaus. Bischof Eilbert weihte den Dom.

Unter Bischof Sigward wurde dem Eilbert-Dom ein neuer Chorbau mit einem inneren Laufgangsystem nach rheinischem Vorbild und einer polygonalen Apsis angefĂŒgt.cite-ref-24[24]

Der staufische Dom

1152 wurde das Westwerk umgebaut, wobei der Westriegel entstand. Zwischen den beiden niedrigeren FlankentĂŒrmen wurde das höhere Glockenhaus aufgerichtet, die Pfeilerhalle und die Empore wurden abgerissen und so der Westbau auf einen Riegel in der Tiefe der seitlichen TĂŒrme reduziert. Der innere Westabschluss erhielt eine weite, dreibogige Arkade zum Langhaus. Auch beim benachbarten Hildesheimer Dom wurde auf diese Art der Westriegel mit einem Glockenhaus ĂŒberbaut, sodass von einem Einfluss bei der Planung aus Hildesheim ausgegangen werden kann.cite-ref-roesner-23-15-1[15] Auch die Vorhalle, Paradies genannt, erhielt um 1160/1170 ein Obergeschoss. Eine TĂŒr im Nordturm verband auch hier den Bischofspalast (siehe: Alte Regierung Minden) mit dem Dom. So konnte der Bischof direkt vom Obergeschoss des Palastes den Westriegel betreten und in der Kaiserempore dem Gottesdienst beiwohnen. In dieser Zeit entstand auch das hochromanische Chorquadrat im rheinischen Stil. Vermutlich errichtete man zusĂ€tzlich ChorflankentĂŒrme und eine Ringkrypta, die spĂ€ter aber dem Bau des hochgotischen Chorpolygons zum Opfer fielen.

Am 1. Februar 1168 traute Bischof Werner von BĂŒckeburg im Mindener Dom den welfischen Herzog von Sachsen und Bayern, Heinrich den Löwen, und die elf- oder zwölfjĂ€hrige Mathilde von England. Aus diesem Anlass schenkte Heinrich der Löwe, der ĂŒber eine AnhĂ€ufung von Besitz und Besitzrechten im Gebiet des Bistums verfĂŒgte, der Kathedralkirche einen Hof und GĂŒter in Lahde. Die eigentliche Hochzeitsfeier wurde allerdings erst spĂ€ter am Residenzort Heinrichs in Braunschweig gefeiert.cite-ref-leschhorn-25-0[25] Als Bischof Werner von BĂŒckeburg 1170 starb, soll der Dom in einem verwahrlosten Zustand gewesen sein. Der Nachfolger Anno von Landsberg wandte sich deshalb einer Neuausstattung des Doms zu.cite-ref-bkw-61-26-0[26]

Umbau ab dem 13. Jahrhundert

Um 1230 begann die spĂ€tromanische Erneuerung der Ostteile. Aus dieser Bauphase stammen das Chorquadrat, das Querhaus und das Sakristei-Obergeschoss. Etwa zu dieser Zeit wurde die Außenkrypta abgebrochen. Sie wurde durch einen Polygonchor ersetzt. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde ein neues basilikales Langhaus in Angriff genommen, aber noch wĂ€hrend des Baus wurden die PlĂ€ne zugunsten der heutigen frĂŒhgotischen, dreischiffigen Hallenkirche geĂ€ndert. Die Quellenlage in der Literatur zur Festlegung der Bauzeit der Hallenkirche ist Ă€ußerst dĂŒrftig,cite-ref-pieper-297-27-0[27] doch ist eine Bauzeit zwischen 1267 und 1290 wahrscheinlich. Geweiht wurde der umgebaute Dom 1290. Roesner zufolge war der Bau zu dieser Zeit beendet.cite-ref-roesner-23-15-2[15]

UnterstĂŒtzt wurde der Bau durch Geld aus einem Ablass von Papst Clemens IV.cite-ref-kessemeier-10-28-0[28] Das Langhaus der Hallenkirche besteht aus drei breiten Jochen und einem schmalen. Letzteres bildet den Übergang zwischen der Hallenkirche und dem Westwerk. Einige Autoren nehmen an, dass eventuell die Beseitigung des romanischen Westwerks und der Bau einer gotischen Einturmanlage vorgesehen waren.cite-ref-roesner-23-15-3[15]

Kleinere BautÀtigkeiten bis 1941

Der östliche Chorabschluss wurde beim Bau im 13. Jahrhundert nur ungenĂŒgend fundamentiert, was rund 100 Jahre spĂ€ter einen Neubau erforderlich machte. Zur UnterstĂŒtzung verkĂŒndete der Papst 1341 wieder einen Ablass. Die Apsis in Form eines Chorpolygons zeigt in ihren Maßwerkfenstern spĂ€tgotische Stilformen. Ähnliche Motive sind in den lichtvollen Fenstern vorhanden, die nachtrĂ€glich in die spĂ€tromanischen Ostteile gebrochen wurden, so in der Fensterrose im Nordquerhaus und im Maßwerkfenster des sĂŒdlichen Querhauses (erste HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts).

Es folgten kleinere BautĂ€tigkeiten an NebengebĂ€uden der Kirche, wie im 15. oder 16. Jahrhundert der Umbau des Sakristei-Anbaus. In den Jahren 1737 bis 1767 wurden die DĂ€cher des Doms einschließlich der Dachreiter ĂŒber der Vierung und dem Westturm neu gebaut. 1830 brachte eine weitere Renovierung klassizistische Elemente in den Dom. Noch nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs begann 1939 eine Innenrenovierung, die 1941 abgeschlossen wurde.cite-ref-ausflugsziele-9-1[9]

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau

Fast 600 Jahre blieb der Dom nahezu unverĂ€ndert, bis er im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde. Am 6. Dezember 1944 traf ein Sprengkörper den Dom und zerstörte die Nordseite des Chors, die Sakristei und die damals angrenzende Domschatzkammer. Das Chorgewölbe stĂŒrzte ein und der Hochaltar wurde schwer beschĂ€digt.cite-ref-neuweihe-29-0[29] Am 28. MĂ€rz 1945 wurde der Dom schwerer getroffen. Die Haupthalle stĂŒrzte nach einem Bombentreffer ein. Das Dach und das Westwerk brannten aus, und die Glocken aus dem Westwerk stĂŒrzten ab. Nur Teile der Außenmauer, das Gewölbe des Querhauses und Teile der Vorhalle blieben erhalten. Die barocke Ausstattung des Doms ging fast gĂ€nzlich verloren. Das Domkloster und die Propstei brannten bis auf die Grundmauern nieder.cite-ref-neuweihe-29-1[29]

Zum Wiederaufbau des Doms grĂŒndete sich 1946 der Mindener Dombauverein, und erste Sicherungsmaßnahmen begannen. 1950 begann der Wiederaufbau unter der Leitung von Dompropst Josef Parensen und Werner March. Er war einer der prominentesten Architekten im Nationalsozialismus und Architekt des Berliner Olympiastadions und leitete nach dem Zweiten Weltkrieg in Minden auch den Wiederaufbau des Alten Rathauses. March nahm einige stilistische Änderungen vor und versuchte, das mittelalterliche Raumbild wiederherzustellen: Er gab das gemeinsame Satteldach des kleinen Westjochs und des sich anschließenden ersten Großjochs auf; das kleine Joch erhielt ein eigenes Kupferdach. Der Detmolder Bildhauer Karl Ehlers gestaltete die Kapitelle der Fenster an der Ostseite neu. Auf dem Westwerk wurde der Dachreiter in neuer Form wieder angebracht, die DĂ€cher wurden als einfache SatteldĂ€cher gestaltet. Im Inneren wurde die frĂŒhromanische Kaiserempore wiederhergestellt, die zuvor durch einen Orgeleinbau völlig verdeckt gewesen war. March erneuerte auch den Eingang auf der Westseite: Statt des neugotischen Portals schuf er einen dreibogigen Eingang und rekonstruierte die romanische Fenstergalerie im Obergeschoss des Paradieses. Im Inneren entfernte er die Tabernakel an den SĂ€ulen.

Das Richtfest fĂŒr das Westwerk konnte am 3. MĂ€rz 1950 mit einer Glockenweihe gefeiert werden; am 3. Dezember 1953 feierten die Mindener BĂŒrger das Richtfest des Langhauses, und rund drei Jahre spĂ€ter war das Gewölbe vollendet. Der Paderborner Bischof Lorenz Jaeger weihte den gĂ€nzlich wiederaufgebauten Dom am 29. Juni 1957.

Die Stadt Minden nahm den Dom 1995 in die Denkmalliste auf. 1996 wurde er im Inneren erneut umgestaltet. So wurde unter anderem eine neue Westorgel vor der Kaiserempore eingebaut. Im Dezember 2009 wurde in der frĂŒheren Sakristei eine Sakramentskapelle eingerichtet, deren neuen Altar der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe weihte. Dabei setzte er Reliquien der seligen Mindener OrdensgrĂŒnderin Pauline von Mallinckrodt und des seligen Bischofs von MĂŒnster Clemens August Graf von Galen in den Altar ein.cite-ref-mt-2009-12-07-30-0[30] Zuvor war die Sakristei in den ehemaligen Klosterkreuzgang verlegt worden.cite-ref-schlichter-31-0[31]

Der im Krieg zerstörten Dachreiter ĂŒber der Vierung wurde am 10. Dezember 2011 wieder aufgesetzt.cite-ref-32[32] Die Bezirksregierung Detmold stellt im Rahmen des Patronats des Landes bis zu 800.000 Euro Fördermittel als Staatsleistung zur Finanzierung zur VerfĂŒgung.cite-ref-pfarrnachrichten-10-1[10] Mit 56 m hat der Dachreiter dieselbe Höhe wie der Dachreiter auf dem Westwerk und trĂ€gt fĂŒnf Glocken.cite-ref-peper-33-0[33]

Patrozinium

Der erste Dom wurde dem heiligen Petrus geweiht. Petrus war ein beliebter karolingischer Patron, so dass fast alle karolingischen Bischofskirchen den Namen dieses Heiligen trugen. Gleichzeitig war Petrus auch Patron des Bistums Minden.

Bei der Weihe des ottonischen zweiten Doms 952 wurden die Heiligen Gorgonius,cite-ref-34[34] Laurentius und Alexander Patrone des Doms und Gorgonius wurde auch Stadtpatron von Minden. Die Erhebung des Laurentius zum Konpatron steht im Zusammenhang mit der ottonischen Reichspolitik, da dieses Patrozinium fĂŒr Otto I. ein wichtiges Königspatrozinium war. Die Erhebung des römischen MĂ€rtyrers Alexander zeigt die Beziehungen Mindens zum Alexanderstift in Wildeshausen, wohin durch den Widukind-Enkel Waltbert Reliquien des Heiligen gelangt waren. Ende des 14. Jahrhunderts wird Petrus nicht erwĂ€hnt.cite-ref-35[35]cite-ref-krueger-36-0[36]cite-ref-honselmann-37-0[37] Aus dem Kloster von Gorze in Lothringen stammen die Reliquien des Gorgonius.cite-ref-deuker-8-14-3[14] Die Bischöfe Lothar und Ebergis in der ersten HĂ€lfte des 10. Jahrhunderts waren zuvor Äbte des Klosters Lorsch, einem Zentrum der Klosterreform von Gorze.cite-ref-kruppa-38-0[38]

Heute steht der Dom unter dem Patrozinium St. Gorgonius und St. Petrus. Beide Heilige haben denselben Rang, der jĂŒngere wird zuerst genannt. Die Reliquien des heiligen Gorgonius werden bis heute in der Kirche verwahrt. Der heilige Laurentius ist heute Nebenpatron des Doms.cite-ref-39[39]

Architektur und Baubeschreibung

| Maßdaten [ 40 ] | Maßdaten [ 40 ] | Maßdaten [ 40 ] | Maßdaten [ 40 ] | Maßdaten [ 40 ] |
|---|---|---|---|---|
| Maß | Wert | | | |
| GrĂ¶ĂŸtes Außenmaß | 39 m × 91 m | | | |
| GrĂ¶ĂŸte InnenraumlĂ€nge | 71 m | | | |
| GrĂ¶ĂŸte Innenraumbreite | 36 m | | | |
| Höhe Kapitellzone Langhaus | 11,4 m | | | |
| Scheitelhöhe Vierungsjoch | 22 m | | | |
| GrĂ¶ĂŸtes Langhausfenster | 6,9 m × 13 m | | | |
| Durchmesser Fensterrose | 6 m | | | |
| InnenraumflĂ€che | 1.700 mÂČ | | | |
| Höhe Westturmriegel mit Dachreiter | 55 m | | | |

Der Mindener Dom in seiner heutigen Gestalt zeichnet sich durch das Nebeneinander von Architekturelementen in vier Stilrichtungen aus: frĂŒhe und hohe Romanik (Westriegel), SpĂ€tromanik (Querhaus und Chorjoch), Hochgotik (Langhaushalle) und SpĂ€tgotik (Chorabschluss).cite-ref-baumotive-41-0[41] Die jeweiligen Bauherren wurden beim Westriegel durch das Vorbild des Hildesheimer Doms, beim Chorquadrat und bei Teilen des Querschiffs durch rheinische Kirchenbauten beeinflusst. Das Langhaus und die großen Maßwerkfenster waren hingegen selbst stilprĂ€gend fĂŒr eine ganze Reihe von Kirchenbauten.cite-ref-roesner-23-15-4[15]

Der Mindener Dom ist aus unterschiedlich hellem Sandstein gebaut, was zu einer uneinheitlichen Außenwirkung fĂŒhrt. Zum Einsatz gekommen sind der eher dunkle Portasandstein, der hellere Obernkirchener Sandstein und der IbbenbĂŒrener Sandstein.

Außenbeschreibung

Der Baukörper wird vom romanischen Westriegel dominiert. Die LĂ€ngsseiten des Doms prĂ€gen die Giebelreihen und die großen gotischen Maßwerkfenster. Auf das Langhaus folgen im Osten das Querhaus und der Chor im spĂ€tromanischen Stil. Nördlich schließt sich die Sakristei an die Ecke des Chors und des Querschiffes an. Den Abschluss des Chores bildet das kleinteilige Apsispolygon, auch dies ist mit großen Maßwerkfenstern geschmĂŒckt.

Verschiedene Skulpturen an der Außenseite des GebĂ€udes bereichern die Architektur: An der Nordseite stehen zwischen den Fenstern die von gotischen Steinbaldachinen ĂŒberdachten Sandsteinfiguren des Bischofs Thietmar und des Kaisers Heinrich VI. Über dem Bischofsportal im Norden des Querhauses ist im Tympanon eine Marienfigur angebracht. In dem verkĂŒrzten westlichen Joch an der SĂŒdseite befindet sich das gotische Jungfrauenportal. Die Sandsteinfiguren in einer Archivolte des Portals stellen das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen dar. Die klugen Jungfrauen halten freudig lĂ€chelnd aufrecht ÖllĂ€mpchen, die törichten haben die leeren LĂ€mpchen jammernd nach unten gerichtet, weil sie im Gegensatz zu den klugen Jungfrauen keinen Einlass finden. Das Jungfrauenportal wurde beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg in das sĂŒdliche kurze Joch versetzt, vorher befand es sich an der SĂŒdwand des Langhauses.

An der SĂŒdseite des Domes wurden die BegrĂ€bnisstĂ€tten der Mindener Domherren innerhalb des Kreuzhofes angelegt.

Westriegel

Der hochromanische Westriegel ist der Abschluss der Kirche nach Westen. Der massive Baukörper wendet sich in glatten, kubischen Formen der Stadt zu. Er gleicht einem Wehrbau, auch wenn er diese Funktion wahrscheinlich nicht hatte.cite-ref-kessemeier-8-20-2[20] Zwei seitliche TĂŒrme werden von einem Glockenhaus in der Mitte ĂŒberragt, das einen Dachreiter trĂ€gt. Vor dem Mittelteil steht zum Kleinen Domhof hin eine zweigeschossige, tonnengewölbte Vorhalle, die auch Paradies genannt wird. Der dreibogige Eingang entstand nach dem Zweiten Weltkrieg an Stelle eines neugotischen Spitzbogenportals und auch die Bogengalerie des Vorhallen-Obergeschosses entstammt dem Wiederaufbau. Der Hauptturm öffnet sich oben in einer Fensterreihe, die als Schallöffnung der Glockenstube dient und von Zwillingsfenstern in den SeitentĂŒrmen begleitet wird. Eine zweite Arkadenreihe durchbricht das Freigeschoss des Mittelturms. SatteldĂ€cher schließen sowohl die seitlichen TĂŒrme und das Glockenhaus als auch die Vorhalle ab und betonen den wuchtigen Baustil. Mehrere nach Westen, Norden und SĂŒden angesetzte StĂŒtzpfeiler unterstĂŒtzen den Westriegel. Sie waren schon im Mittelalter nötig, um den Schub des Bauwerks abzufangen.cite-ref-kessemeier-10-28-1[28] Am westlichen Eingang wird innen ein Treppenportal zu beiden Seiten mit dem Sandsteinskulpturen-Paar von Ecclesia und Synagoge eingerahmt. Zwei Nachbildungen romanischer Löwenköpfe schmĂŒcken die bronzene DoppeltĂŒr am Eingang in das Langhaus. Die Originale befinden sich im Domschatz. Der SĂŒdturm des Westriegels mit den Treppen kann von der Halle aus betreten werden, der Nordturm enthĂ€lt im Untergeschoss eine kuppelförmig gewölbte Andachtskapelle mit einer PietĂ . Im Westriegel öffnet sich eine Kaiserempore mit drei Arkaden in die Hallenkirche zum Langhaus hin. DarĂŒber liegt das Lapidarium. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet und enthĂ€lt zahlreiche Skulpturteile und verschiedene Ausstattungsfragmente.

Langhaus

Das vielgliedrig aufgelöste Langhaus prĂ€sentiert sich in drei Schiffen, die sich ĂŒber vier Joche vom Westriegel bis zum Querhaus erstrecken. Der Grundriss des Mittelschiffs bildet innerhalb eines Joches nahezu ein Quadrat, wĂ€hrend er bei den Jochen der schmaleren Seitenschiffe rechteckig ist. Diese Gliederung ist typisch fĂŒr ein Langhaus, das am Beginn einer Reihe von westfĂ€lischen Hallenkirchen des 13. und 14. Jahrhunderts steht.cite-ref-kessemeier-10-28-2[28] Zwei UnregelmĂ€ĂŸigkeiten fallen im ansonsten symmetrischen Grundriss auf: zum einen die kleineren Westjoche von Haupt- und Seitenschiffen, die dem Anschluss des gotischen Langhauses an den vom VorgĂ€ngerbau stammenden Westriegel dienen, zum anderen verjĂŒngt sich das sĂŒdliche Seitenschiff nach Osten zum Querschiff hin. Man nimmt an, dass dies auf die Anpassung an VorgĂ€ngerbauten zurĂŒckzufĂŒhren ist. Bei einem systematischen Aufbau wĂ€re das Querhaus nicht entscheidend nach SĂŒden vorgesprungen. Die Pfeiler des Langhauses sind nicht sehr hoch, erzeugen aber trotzdem einen hallenartigen Charakter. Dies wird einerseits durch eine Stelzung aller Gewölbebögen erreicht, andererseits sind die Gewölbe mit Busung gemauert, damit liegt der Scheitelpunkt höher als der der Scheid-, Schild- und Gurtbögen.cite-ref-kessemeier-10-28-3[28] Die gebuste Mauerung der Gewölbekappen in horizontalen Ringschichten war eine Änderung beim Wiederaufbau des Doms nach dem Zweiten Weltkrieg.cite-ref-nussbaum-42-0[42]

Der Querschnitt der Pfeiler im Mittelschiff hat ein besonderes Merkmal: Vor dem Pfeilerkern sind vier Dienste fĂŒr die sogenannten Gurt- und Scheidebögen angebracht. In den frei bleibenden Diagonalen erheben sich vier dĂŒnnere Dienste fĂŒr die Gewölberippen. Dies bedeutet, dass an einem Pfeiler abwechselnd acht dĂŒnne und dicke Dienste angelegt sind, deren KĂ€mpfer und Kapitelle zu einer geschlossenen Zone verschmelzen. Das frĂŒhe Auftreten dieser Pfeilerform gilt als Besonderheit des Mindener Doms.cite-ref-kessemeier-11-43-0[43] Im Osten und Westen sind die DienstschĂ€fte nicht zum Boden gefĂŒhrt, sondern oben abgefangen. Der Grund dafĂŒr ist vielleicht die RĂŒcksichtnahme auf die an den WĂ€nden unter den DienstbĂŒndeln stehenden AltĂ€re.

Die seitlichen Fensteröffnungen in den SeitenwĂ€nden wirken transparent und lichtvoll, sie reichen in einem Seitenteil eines Jochs in voller Breite von den Schildbögen bis zur vier Meter hohen Sockelzone herunter. Den sechs Fenstern liegt in ihren Maßwerken ein gleiches Grundmotiv zugrunde, das variiert wird. Zwei Fenstereinheiten werden jeweils oben von einem Fensterrad bekrönt. Diese Art großer Maßwerkfenster gibt es sonst in Deutschland kaum, nur im Herforder MĂŒnster, im Paderborner Dom und in Lippstadt sind VorlĂ€ufer mit weniger reicher Ausstattung vorhanden.cite-ref-kessemeier-11-43-1[43] Die Maßwerkfenster wurden nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt, die Verglasung gestalteten Vincenz Pieper aus MĂŒnster und Anton Wendling aus Aachen beim Wiederaufbau in den 1950er Jahren neu.

Die gotische Hallenkirche als Gegentypus zur Basilika findet mit dem Mindener Domlanghaus ihre vollkommene Realisierung. Durch die weiten PfeilerabstĂ€nde und großen Gewölbejoche wird die hallenartige Wirkung des Raumes erreicht. Die Seitenschiffe sind zum Mittelschiff weit offen und bilden mit ihm einen zusammenhĂ€ngenden Raum, sie werden nicht durch enge Pfeilerarkaden abgeschnĂŒrt, wie es in gotischen Basiliken oft der Fall ist. Die schmuckvollen Maßwerkfenster der AußenwĂ€nde tragen dem Rechnung, da sie ins Mittelschiff hineinwirken. VorlĂ€ufer sind die noch spĂ€tromanischen Hallenkirchen von Herford (MĂŒnster) und Paderborn (Dom) aus der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts. Die Elisabethkirche in Marburg und der Kölner Dom gaben in Bezug auf die Hallenstruktur bzw. den gotischen Formenapparat möglicherweise Anregungen, doch erst die Synthese gotischer Schlankheit mit dem westfĂ€lischen Hallentypus erzeugt das neuartige Ergebnis. Die Halle Mindener Typs und der Mindener Pfeiler haben eine reiche Nachfolge gefunden in Bauten des 14. Jahrhunderts in Lemgo (St. Marien), Bielefeld (St. Marien), OsnabrĂŒck (St. Marien) und Herford (Stift Berg).cite-ref-nussbaum-42-1[42]

Querhaus

Das vorspringende romanische Querhaus besteht aus drei gleich großen quadratischen Jochen und ist deutlich Ă€lter als das Langhaus. Die Domikalgewölbe sind kuppelig ansteigend gemauert. Die LĂ€ngsachsen des Langhauses und des Querhauses treffen sich im Scheitelpunkt des mittleren Jochs des Querschiffs, der sogenannten Vierung. Dies ist der sakrale Mittelpunkt der Kirche, in dem auch der Vierungsaltar steht. In der Vierung und im SĂŒdquerhaus wird das Gewölbe von acht, im Nordquerhaus von vier Rippen getragen. SĂŒd- und Nordquerhaus besitzen Stufenportale mit seitlichen SĂ€ulen, die in den spitzbogigen Archivolten als UnterzĂŒge weiterlaufen.cite-ref-kessemeier-13-44-0[44] Im 14. Jahrhundert wurde nachtrĂ€glich die Maßwerkrose an der Nordwand ĂŒber dem Bischofsportal eingebaut. An der Ostwand des SĂŒdquerschiffes befindet sich ein Maßwerkfenster, das aus der Zeit um 1300 stammt und 1957 wie die ĂŒbrigen Domfenster neu verglast wurde. Es ist das sogenannte Mindener Heiligenfenster und stellt die Mindener Heiligen und andere bekannte Mindener Persönlichkeiten dar, wie Thietmar, Helmward, Meimelph, Erkanbert, Hardward, Theoderich, Bruno, Tietwief, Gorgonius, Karl den Großen und seinen sĂ€chsischen Widersacher Widukind.

Chor

Das Chorquadrat liegt zwischen dem Querhaus und dem hochgotischen Chorpolygon. Die ehemals nördlich gelegene Sakristei befindet sich heute im frĂŒheren Domkloster, das ĂŒber den im sĂŒdlichen Querhaus gelegenen Seitenausgang zum Kreuzgang erreicht werden kann. Die einstige Sakristei wurde zur Anbetungskapelle umgebaut, die den GlĂ€ubigen einen stillen Ort zum Gebet bietet und von Dombesuchern nicht betreten werden soll. Das Gewölbe im Chorquadrat ist Ă€hnlich wie das im Querhaus aufgebaut: Zwei Diagonalrippen tragen das Kreuzgewölbe. Die Nord- und die SĂŒdwand sind durch Arkaden gestaltet. Über vier Blendarkaden erhebt sich ein doppelgeschossiges, zweischaliges Wandsystem, das zwei LaufgĂ€nge am Fuß der jeweiligen Arkadenreihe verdeckt. Hier wird der Einfluss rheinischer Kirchen deutlich, die eine Ă€hnliche Bauweise aufweisen.cite-ref-deuker-12-45-0[45] In der SĂŒdwand sind zwei Fenster eingelassen: in der oberen Arkade ein Radfenster, in der Hauptarkade ein Bogenfenster.

Der Chor wird nach Osten durch eine spĂ€tgotische Polygon-Apsis abgeschlossen. Sie steht als gotisches Bauwerk im Kontrast zu dem spĂ€tromanischen Chorquadrat. Das Polygon des Chors stĂŒtzen außen glatte Strebepfeiler. Die Gewölberippen treffen sich oben in einem Schlussstein. Die Apsis wird von großen Maßwerkfenstern beherrscht, die Vincenz Pieper nach dem Zweiten Weltkrieg neu verglaste. Die Themen der Fenster sind die Hochfeste Geburt Christi, Auferstehung und Sendung des Heiligen Geistes. Bei der Neuverglasung wurde recht dunkles Glas gewĂ€hlt. Die dadurch erzeugte dĂŒstere LichtfĂŒhrung im Chor ist der wesentliche Kritikpunkt an den neu gestalteten Chorfenstern.cite-ref-pieper-445-46-0[46] Im Chor stand einst das Original der Goldenen Tafel, die 1909 auf Druck des Kaisers an das 1904 als Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin eröffnete heutige Bode-Museum verkauft wurde.

Ausstattung

Der Mindener Dom ist trotz erheblicher Verluste im Zweiten Weltkrieg reich an bedeutenden Kunstwerken aus verschiedenen Epochen, darunter das romanische Mindener Kreuz ĂŒber dem Vierungsaltar (Kopie; Original in der Domschatzkammer) und ein lebendig gestalteter spĂ€tromanischer Apostelfries (Rest eines Lettners) im sĂŒdlichen Querhaus.

AltÀre

Neue Goldene Tafel

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Goldene Tafel

Seit 2002 steht eine Rekonstruktion der Mindener Goldenen Tafel im Ostabschluss des Hochchors. Der farbig gefasste und teils vergoldete FlĂŒgelaltar ruht auf einer geschnitzten Predella. In der Mitte des Retabels ist eine Marienkrönung zu sehen, die von einem Kranz musizierender Engel umrahmt wird. Auf dem MittelstĂŒck und in den beiden FlĂŒgeln stehen neben der Mandorla je vier Heilige unter Baldachinen. Darunter zeigen Medaillons Propheten des Alten Testaments. Der Dombau-Verein finanzierte die zweijĂ€hrige Rekonstruktion mit BeitrĂ€gen und Spenden.

Das Original im Berliner Bode-Museum, das bei der Rekonstruktion als Vorbild diente, besteht aus einer romanischen Predella aus der Zeit um 1220, die ursprĂŒnglich als Reliquienschrein diente. Um 1425 wurde ein gotisches Retabel angefĂŒgt. Musikhistorisch bedeutend sind vor allem die Darstellungen mittelalterlicher Instrumente im Kranz wie des Cembalos. Die Predella zeigt ebenfalls die Marienkrönung begleitet von Aposteln und Heiligen zu beiden Seiten.

Eine verkleinerte Nachbildung der Goldenen Tafel fertigte bereits 1891 der zur WiedenbrĂŒcker Schule gehörende Bildhauer Anton Mormann (1851–1940) fĂŒr die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Herford.cite-ref-47[47]cite-ref-roesner-17-48-0[48] Auch diese Nachbildung diente als Vorlage fĂŒr die Rekonstruktion der Goldenen Tafel im Mindener Dom.

VolksaltÀre

Um die Vorgaben der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil umzusetzen und die Feier der Eucharistie zum Volke hin zu ermöglichen, wurden zwei VolksaltÀre aufgestellt.

Der erste Volksaltar im Chor, meist Choraltar genannt, entstand 1972 in seiner heutigen Form aus einem EichenholzwerkstĂŒck aus spĂ€tromanischer Zeit. Die genaue Herkunft des StĂŒckes ist unklar. Wolfgang Leschhorn vermutete, dass es die RĂŒckwand eines Thrones bildete, der um 1170 entstanden war.cite-ref-49[49] Der Rahmen und die FĂŒllungen der RĂŒckseite des Altars bestehen aus geschnitztem Flechtwerk mit AkanthusblĂ€ttern und Fabeltieren. Er dient heute Messfeiern an Werktagen.

Nach seinem Standort benannt, steht der 1974 entstandene Vierungsaltar exakt im Schnittpunkt der LĂ€ngsachsen von Lang- und Querhaus, dem Zentrum der Vierung. Der Altar ist als massiver Quaderblock ohne Sockel aus Sandstein gefertigt, seitlich ist er mit stern- und blĂŒtenartigen Elementen geschmĂŒckt. Der Altar steht ĂŒber einem Brunnen, der nach archĂ€ologischen Untersuchungen mehr als 1000 Jahre alt sein soll.

Matthiasaltar

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Matthiasaltar

Als Matthiasaltar wird im Mindener Dom ein spĂ€tgotischer FlĂŒgelaltar mit dreizehn Statuen von Heiligen eines unbekannten Meisters bezeichnet.cite-ref-bkw-651-50-0[50] Er steht auf einem Unterbau aus Obernkirchener Sandstein im sĂŒdlichen Querhaus unterhalb des Heiligenfensters. Der Klappaltar besteht aus einem feststehenden Schrein und zwei FlĂŒgeln, mit denen der Altar ursprĂŒnglich geschlossen werden konnte. Die Außenseiten der FlĂŒgel waren ursprĂŒnglich bemalt, die Innenseiten und der Schrein sind mit Skulpturen ausgestattet. Die Schnitzarbeiten sind teils farbig gefasst, teils vergoldet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich der Zustand des Altars so stark verschlechtert, dass der Originalzustand nicht mehr rekonstruiert werden konnte.cite-ref-bkw-650-51-0[51] Bei einer Restaurierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte man sich beim Patrozinium des Altars und bei der Hauptfigur auf den Apostel Matthias fest.cite-ref-bkw-651-50-1[50] Von 1938 bis 1940 wurde das Retabel in der Werkstatt des Landesmuseums in MĂŒnster restauriert. Dabei wurde die farbige Fassung der Statuen vollstĂ€ndig erneuert und eine neue Predella geschaffen, die ĂŒber den Hauptschrein hinaus bis zur Mitte der FlĂŒgel reicht und diese abstĂŒtzt. Die Inschrift der Predella bestand aus zwei Anrufungen der lateinischen Fassung der Allerheiligenlitanei. Die erste blieb erhalten: Sancte Matthia ora pro nobis (Heiliger Matthias, bitte fĂŒr uns).

Die Malereien, die man bei geschlossenem Retabel sehen konnte, sind verloren. Der Altar wird daher nur noch in geöffnetem Zustand prÀsentiert. Matthias ist als Diakon gekleidet und hÀlt als Attribut eine Hellebarde in der rechten Hand. In zwei Reihen ist er umgeben von einer Mondsichelmadonna mit Jesuskind, einer Anna selbdritt und von Aposteln, Evangelisten und weiteren mÀnnlichen Heiligen.cite-ref-bkw-650-51-1[51]

Heilig-Geist-Altar

Der frĂŒhbarocke, nach Rösner noch dem Renaissancestilcite-ref-roesner-20-52-0[52] zuzurechnende Heilig-Geist-Altar in der Apsis am nördlichen Querhausarm wurde als Epitaph fĂŒr den Dompropst Johann von Schorlemer konzipiert, der von 1612 bis 1622 als Propst amtierte. Der etwa 1625 entstandene zweigeschossige Heilig-Geist-Altar wird der Werkstatt im Umfeld Adam Stenelts zugeordnet und wurde aus Baumberger Sandstein gefertigt. Thema ist das Wirken des Heiligen Geistes. Im unteren Mittelteil zeigt ein Relief die Anbetung der Hirten nach der Geburt Christi. Es wird von zwei SĂ€ulenpaaren und den vier Evangelisten MatthĂ€us, Johannes, Lukas und Markus flankiert. Die SĂ€ulen messen etwa zwei Drittel des Mittelteiles und im halben Geschoss darĂŒber sind die vier lateinischen KirchenvĂ€ter dargestellt: links Gregor der Große und Augustinus, rechts Hieronymus und Ambrosius. Das obere Geschoss zeigt das Pfingstgeschehen, die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Apostel und JĂŒnger. Bekrönt wird der Altar von einer Darstellung des auferstandenen Christus mit der Siegesfahne, zu seiner Rechten Maria mit dem Kind, zur Linken Anna mit Maria. Der bei der Zerstörung des Doms im Zweiten Weltkrieg schwer beschĂ€digte Altar wurde bis 1959 restauriert.cite-ref-pieper-630-634-53-0[53]

Altarbild

Im Jahr 1950 wurde das Altarretabel von 1480 aus der fĂŒrstlich-bĂŒckeburgischen GemĂ€ldesammlung der Ahrensburg fĂŒr den Mindener Dom erworben. Es wurde 1956 an Stelle des zerstörten Hochaltars im Chorraum des Doms aufgestellt und 1995 hinter Schutzverglasung an der SĂŒdwand des Seitenschiffes angebracht. Das Werk von Gert van Loon ist 235 cm breit und 160 cm hoch und wurde mit Ölfarben auf zehn vertikal verleimte Eichenholzbretter gemalt. Es zeigt den gekreuzigten Jesus, der zu seiner Rechten von Ägidius, Agnes von Rom, Evangelist Johannes und Mariacite-ref-54[54] und zur Linken von den Aposteln Petrus, Paulus, Andreas und dem Erzengel Michael begleitet wird. Engelsfiguren fangen das Blut aus den Wunden in Kelchen auf. Über der knienden Stifterin des Bildes unter dem Kreuz erkennt man ein Schriftband mit der Aufschrift O leve her vorbarme de myner (Oh lieber Herr, erbarme dich meiner). Der Wappenschild vor der Stifterin konnte bislang nicht zugeordnet werden.cite-ref-bkw-865-867-55-0[55] Am unteren Rand sind die Namen der dargestellten Heiligen zu lesen.

Mindener Kreuz

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Mindener Kreuz

Das Mindener Kreuz ist ein bronzenes christliches Großkreuz aus dem 11. Jahrhundert. Es entstand vermutlich um 1070 in der Helmarshausener Werkstatt des Rogerus von Helmarshausen. Die FĂŒĂŸe stehen auf einem Drachen, der das von Jesus durch seinen Tod besiegte Böse symbolisiert. Der Korpus, in sechs Teilen gegossen, war ursprĂŒnglich vergoldet. Das Lendentuch ist in Niello-Technik gefertigt, die AugĂ€pfel bestehen aus Silber. Das Original des Kreuzes wird in der Domschatzkammer aufbewahrt; ĂŒber dem Vierungsaltar des Domes hĂ€ngt seit 1992 eine Kopie.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57]cite-ref-roesner-18-19-58-0[58]

Taufstein

Den Taufstein schuf 1957 die Bildhauerin Gisela Leo-Stellbrink. Der glatte und leicht gebauchte Zylinder zeigt neben der stilisierten Taube, Symbol des Heiligen Geistes, die Arche Noah. Den flachen polierten Bronzedeckel schufen 1999 Werner Rösner und die Grafikerin Ingrid Möhlmann. Der Taufstein stand zunĂ€chst in der Mitte des sĂŒdlichen Querhauses und hat seit 1993 im Eingangsbereich des Langhauses an der Westseite seinen Platz. Auf dem Boden umfassen sieben Kreise mit einbeschriebenem Stern und einem großen Kreis als Umrahmung den Stein. Die Gestaltung wurde einem Fußbodenornament aus dem Jahr 1071 nachempfunden.

Bis zur Zerstörung des Domes 1945 existierte eine barocke Taufanlage aus dem 17. Jahrhundert. Das sechsseitige hölzerne Taufbecken war kelchförmig gestaltet. Den Deckel hielt ein Auslegearm, der geschwenkt werden konnte. 1815 war das Becken von einem eisernen Gitter umgeben. FĂŒr 1830 ist eine hölzerne Umrandung belegt. Das Taufbecken wurde im Zweiten Weltkrieg grĂ¶ĂŸtenteils zerstört. Überreste sind in der Domschatzkammer ausgestellt oder lagern im Lapidarium des Westwerks.cite-ref-bkw-724-728-59-0[59]

Apostelfries

In der inneren sĂŒdlichen Querschiffwand ist ĂŒber dem Portal seit 1957 der aus glaukonitfĂŒhrendem Kalksandstein (Baumberge oder Stemmer Berge bei Haldem) gefertigte Apostelfries eingelassen. Seine Datierung wird unterschiedlich angegeben, zwischen „1220/30“ und „bald nach 1250“. In der Mitte der vierzehn Figuren thronen Jesus Christus mit einer aufgeschlagenen Bibel und zu seiner Rechten Maria mit einem Lilienstab. Um sie herum sind elf Apostel mit einer geschlossenen Bibel gruppiert, neben Maria steht der Dompatron Petrus mit SchlĂŒssel. Die ĂŒbrigen Apostel tragen keine spezifischen Attribute. Anstelle des zwölften Apostels hat der KĂŒnstler rechts außen den Dompatron Gorgonius gestellt. Der Apostelfries soll ursprĂŒnglich am Ă€lteren Lettner, vermutlich dem VorlĂ€ufer des 1832 abgebrochenen Lettners, angebracht gewesen sein, der den Chor vom Langhaus trennte.cite-ref-pieper-567-574-60-0[60] Von 1839 bis 1945 schmĂŒckte der Fries die Paradieshalle.

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Malerei am Vierungspfeiler

Der obere Teil der Malerei am sĂŒdwestlichen Vierungspfeiler (unprĂ€zise zuweilen als Großfresko bezeichnetcite-ref-roesner-10-61-0[61]) aus der Zeit um 1290, der von einem Altar verdeckt war, wurde bei einer Domrenovierung in den 1930er Jahren entdeckt. Bei den Sicherungsarbeiten an der Domruine wurde spĂ€ter auch der untere Teil der Malerei gefunden.

Das Wandbild zeigt im unteren Teil in einem zweiteiligen Figurenfries acht Heilige unter SĂ€ulenarkaden. In der oberen Reihe erkennt man Johannes den TĂ€ufer, den Apostel Petrus, Gorgonius und eine nicht genau zu identifizierende Frau, vermutlich Anna, Klara oder Elisabeth.cite-ref-bkw-461-464-62-0[62] Die zweite Reihe zeigt Nikolaus von Myra, Katharina, den Apostel BartholomĂ€us und eine der frĂŒhesten Darstellungen des heiligen Franziskus nördlich der Alpen.cite-ref-roesner-23-15-5[15] DarĂŒber befindet sich eine ĂŒberlebensgroße Maria. Einige Elemente, wie eine Krone und die Ornamente im Tympanon, sind reliefartig ausgearbeitet, wohl zur Befestigung von Emails oder Halbedelsteinen und Stuckornamenten.cite-ref-bkw-461-464-62-1[62] Dieses Bildnis soll nach der mittelalterlichen Überlieferung eine Heilkraft fĂŒr Blinde gehabt haben.cite-ref-roesner-10-61-1[61]

Epitaphe

Mehrere Epitaphe von Mindener Domherren zieren die WĂ€nde des Langhauses und des Querschiffs.

Eberhard von Mallinckrodt

Das Epitaph des Domherrn und Kanonikers Eberhard von Mallinckrodt von 1622 hĂ€ngt an der Nordseite des nordöstlichen Vierungspfeilers und hat einen dreigeschossigen, symmetrischen Aufbau mit untersetzter Inschriftenkartusche. Dargestellt sind in plastischer Form Passion und Auferstehung Jesu Christi. Hauptmotiv ist die Kreuzigung. Durch die modellhafte, dreidimensionale Darstellung wirken die Szenen sehr lebendig. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Epitaph beschĂ€digt, seitdem fehlen die SeitenflĂŒgel mit den Wappen. Das Epitaph wurde von Freunden des Verstorbenen in Auftrag gegeben und ist nicht signiert.cite-ref-pieper-681-685-63-0[63]

Hieronymus von Grappendorf

Das Epitaph des Hieronymus von Grappendorf an der Westwand des sĂŒdlichen Seitenschiffs wurde nach 1624 von Adam Stenelt als ein Werk des Überganges von der Renaissance zum Barock gefertigt. Das frĂŒher farbig gefasste Epitaph hat ebenfalls einen dreigeschossigen, symmetrischen Aufbau. Es zeigt in einer vielfigĂŒrlichen Szene die Grablegung Christi. Im Untergeschoss kniet Hieronymus von Grappendorf, der in liturgischem Gewand ein Kruzifix verehrt. Von Grappendorf gehörte zum Domkapitel, die dargestellten Wappen lassen verwandtschaftliche Verflechtungen mit zahlreichen Adelsfamilien aus dem Bistum Minden erkennen. Den Auftrag zum Epitaph gaben „seine BrĂŒder“; Pieper vermutet, die MitbrĂŒder des Domkapitels.cite-ref-pieper-686-691-64-0[64]cite-ref-roesner-14-65-0[65]

Herbord von Langen

Das Epitaph des Domdechanten und Propstes des Marienstifts in Minden, Herbord von Langen, von 1628 ist symmetrisch in zwei Hauptgeschossen gegliedert und hĂ€ngt an der Westwand des nördlichen Seitenschiffs. Kunstgeschichtlich gilt es als ein Werk des Übergangs von der Renaissance zum Barock. Dargestellt ist die Passion Christi mit dem Aufsetzen der Dornenkrone und der Geißelung. Im Hintergrund sind die DomtĂŒrme von OsnabrĂŒck zu sehen; das Epitaph fertigte der OsnabrĂŒcker Bildhauer Adam Stenelt an.cite-ref-pieper-692-695-66-0[66]

Johann von Schorlemer

Ein weiteres Epitaph ist das als Altar ausgefĂŒhrte Denkmal fĂŒr den Dompropst Johann von Schorlemer (siehe Heilig-Geist-Altar).

Kanzel

Die reich geschnitzte barocke Kanzel aus dem 17. Jahrhundert verbrannte bei der Zerstörung des Domes. Über ihrem von zwei SĂ€ulen flankierten Treppenportal thronte eine Madonna. Der sechsseitige Kanzelkorb hatte einen Durchmesser von 1,06 Metern und wurde von den vier Evangelisten umrandet. Auf dem Schalldeckel thronten weitere Heilige, darunter Laurentius, Gorgonius und Bernward von Hildesheim.

Werner March entwarf gemeinsam mit Zoltan SzĂ©kessy eine zylindrische Kanzel fĂŒr den wiederaufgebauten Dom. Der Korb bestand aus vier Einzelsegmenten aus Muschelkalk. In Form eines Flachreliefs waren die Symbole der vier Evangelisten dargestellt. Die Treppe aus Sichtbeton fĂŒhrte um den Pfeiler und besaß ein MetallgelĂ€nder. Diese Kanzel wurde 1993 ohne Zustimmung der Denkmalpflege abgebaut und ist im Lapidarium des Westriegels eingelagert.

Emerentia Selbviert

Die hölzerne Figurengruppe Emerentia Selbviertcite-ref-67[67] in einer Wandnische des nördlichen Seitenschiffes stammt aus der Hand des Hildesheimer Benediktmeisters um 1520cite-ref-roesner-14-65-1[65] und ist seit 1940 im Dom nachweisbar. Das selten anzutreffende Bildmotiv ist eine Erweiterung der Anna selbdritt um deren Mutter Emerentia, einer wie Anna im biblischen Kanon nicht enthaltenen Figur, die als Mitglied der Heiligen Sippe Einzug in die christliche Kunst fand. Da das zugehörige Jesuskind verlorenging, besteht die Mindener Gruppe nur noch aus den drei Figuren Maria, Anna und Emerentia.

Weitere Figuren

Die 56 cm hohe Bronzestatue der seligen OrdensgrĂŒnderin Pauline von Mallinckrodt an der SĂŒdwand des Langhauses ist der Abguss einer Holzplastik am ChorgestĂŒhl des Paderborner Doms, eines modernen Werks von Heinrich Gerhard BĂŒcker aus Beckum. Die NĂ€he zum Marienbild am Vierungspfeiler, dem HeilkrĂ€fte fĂŒr Blinde zugeschrieben wurden, wurde bewusst gewĂ€hlt, um auf die TĂ€tigkeit der Seligen in der Blindenpflege hinzuweisen.cite-ref-roesner-10-61-2[61]

Im Nordturm des Westwerks entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine Andachtskapelle mit ringförmig eingemauerter Kuppel. Seit 1995 ist dort eine hölzerne Pietà aufgestellt, deren Entstehung auf 1420 datiert wird. Sie hat mit der BeschÀdigung des Westwerks ebenfalls Schaden gelitten; die fehlenden Teile wurden spÀter aus Gips ersetzt und farbig nachbearbeitet. 1971 wurde die Pietà rekonstruiert und die Nachbildungen aus Eichenholz ersetzt.cite-ref-bkw-792-794-68-0[68]

Am nordwestlichen Vierungspfeiler steht seit 1995 eine spĂ€tgotische Mondsichelmadonna in der seltenen Darstellung als Madonna mit der Traube. Die Eichenholzfigur entstand in der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts in einer rheinischen Werkstatt. Der Standort der Figur ist bis 1939 unklar; zwischen 1940 und 1943 stand sie im Marienaltar und wurde im Turmaufgang des Westwerks geborgen. Etwa zwei Drittel der Figur sind bei der Zerstörung des Doms verbrannt. Elly KĂŒpper ergĂ€nzte die Fehlstellen 1946 aus Gips. Die Werkstatt Springer in Telgte entfernte die Gipsmodellierungen 1979/80 wieder und ersetzte sie in Eichenholz. Die Figur in gold-blauem Gewand steht auf einer silbernen Mondsichel und einem schlangenartigen Drachen. In der rechten Hand hĂ€lt sie das nackte Jesuskind mit einer Kugel, in der Linken eine Weintraube haltend.cite-ref-bkw-801-804-69-0[69]

Orgeln

Bereits zur Zeit des Bischofs Wedekind I. von Hoya ist eine Orgel im Dom belegt. Aus spĂ€terer Zeit liegen weitere Belege vor, die jedoch nichts ĂŒber die Anzahl der Orgeln aussagen.cite-ref-bkw-820-70-0[70]

Die Westorgel von 1625/26 fertigte vermutlich Hans Scherer d. J. aus Hamburg.cite-ref-bkw-822-71-0[71] Sie wurde mit einem Legat ĂŒber 1000 Reichstaler finanziert. Sie hatte ursprĂŒnglich 25 Register auf zwei Manualen und Pedal. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war das Instrument in einem desolaten Zustand. Ein Gutachten von 1907 zeigte auf, dass 16.000 Mark fĂŒr eine Renovierung nötig waren. 1908 plante man, einen Teil des Verkaufserlöses der Goldenen Tafel dafĂŒr zu verwenden.cite-ref-bkw-825-72-0[72] Weitere Gutachten besagten, dass der finanzielle Aufwand und der Nutzen in keinem VerhĂ€ltnis standen; so wurden nur kleinere Reparaturen vorgenommen.cite-ref-bkw-825-828-73-0[73] Beim Bombenangriff 1945 wurde die Orgel mit allen Pfeifen zerstört. Bei den vorangegangenen Reparaturen waren einige wertvolle Pfeifen ausgebaut und im Westturm gelagert worden. Ihr Verbleib ist bis heute ungeklĂ€rt.cite-ref-bkw-828-74-0[74]

1755 wurde erstmals eine Chororgel im Dom erwÀhnt, die etwa 1660 entstand.cite-ref-bkw-834-835-75-0[75] Im Oktober 1807 baute man sie in die evangelische Kirche in Wehdem ein. Dort erfolgte 1910 ein Neubau im alten GehÀuse.

Da man die Westorgel fĂŒr irreparabel hielt, plante man den Neubau einer Querhausorgel, der 1931 fĂŒr 41.100 Reichsmark durchgefĂŒhrt wurde. Man verzichtete auf ein GehĂ€use und stellte die Pfeifen frei auf. Die Orgel besaß 26 Register auf zwei Manualen und Pedal mit elektrischer Traktur. Diese Orgel wurde beim Bombenangriff ebenfalls schwer beschĂ€digt. 1946 baute die Firma Steinmann aus Vlotho daraus eine Notorgel fĂŒr die Johanniskirche.cite-ref-bkw-836-840-76-0[76]

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Firma Seifert & Sohn aus Kevelaer eine neue Orgel fĂŒr den Dom. Den Kontakt zur Firma hatte Architekt Werner March hergestellt. Die Orgel hatte 46 Register, die sich auf Hauptwerk, schwellbares Positiv, Oberwerk und Pedal verteilten. Die Traktur war elektrisch. Die Orgel wurde zur Neuweihe des Doms 1957 fertiggestellt.cite-ref-bkw-841-842-77-0[77]

Heute stehen im Mindener Dom zwei Orgeln fĂŒr Kirchenmusik und Konzerte zur VerfĂŒgung: die große Westorgel an der Westwand des Langhauses vor der ehemaligen Kaiserempore und eine kleinere Chororgel im nördlichen Querschiff.

Westorgel

Die Westorgel wurde im Jahre 1996 von dem Orgelbauunternehmen Kuhn in Zusammenarbeit mit den Orgelbauern Klais und Rieger erbaut und am 22. Dezember 1996 geweiht. Das Instrument hat 62 Register (4388 Pfeifen), verteilt auf drei Manualwerke und Pedal. Bei der Gestaltung der Orgel war ausschlaggebend, dass die sogenannte „Kaiserloge“ durch das Instrument nicht völlig verdeckt werden sollte. Die Loge sollte vom Kirchenraum aus zumindest als solche erkennbar bleiben. Dementsprechend wurden das Schwellwerk, das Großpedal und das Chamadenwerk in der Loge untergebracht. Sichtbar sind lediglich das Hauptwerk, das Oberwerk und das Kleinpedal, die vor den Emporenarkaden hĂ€ngen. Sie sind etwa 3 Meter abgesenkt und lassen damit den Blick auf die Logenarkaden frei. Die Disposition verbindet barocke Elemente mit der französischen und deutschen Orgel der Romantik und soll stilgetreue Interpretationen der Orgelmusik dieser Epochen ermöglichen. Insbesondere die in großer Zahl vorhandenen Zungenregister wurden darauf ausgerichtet.cite-ref-orgel-78-0[78]cite-ref-orgel-2-79-0[79] Die Pfeifen stehen auf Schleifladen. Die Registertraktur ist elektrisch, die Spieltraktur ist mechanisch.cite-ref-ausflugsziele-9-2[9]

‱ Koppeln: II/I, III/I, III/II, Chamaden/III, I/P, II/P, III/P
‱ Spielhilfen: 256-fache Setzeranlage,
‱ Anmerkungen

(d) = Register in Deutscher Bauart
(f) = Register in Französischer Bauart

Chororgel

Die Chororgel wurde 2001 ebenfalls von Kuhn gebaut.cite-ref-orgel-78-1[78]cite-ref-orgel-2-79-1[79] Das Schleifladen-Instrument hat 27 Register auf zwei Manualen und Pedal. Haupt- und Pedalwerk befinden sich auf einer gemeinsamen Windlade im Oberbau der Orgel, das Schwellwerk im Unterbau, direkt ĂŒber dem mechanischen Spieltisch. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt das Instrument ĂŒber zwei elektronische Spieltische, die an verschiedenen Stellen des Domes aufgestellt werden können. Die Registertrakturen sind elektrisch.cite-ref-roesner-23-15-6[15]

‱ Koppeln: II/I, I/P, II/P
‱ Spielhilfen: 256-fache Setzeranlage, Sequenzer

Glocken

Eine erste LĂ€uteordnung des Mindener Doms ist fĂŒr das 13. Jahrhundert nachgewiesen. Die Kirchenglocken der Jahre 1251 bis 1306 wurden bei der Erneuerung des Holzglockenstuhles und dem Anschluss an ein elektrisches LĂ€utwerk 1913/14 neu zusammengestellt. Das HauptlĂ€utwerk des Westriegels enthielt fĂŒnf und der Dachreiter ĂŒber der Vierung weitere fĂŒnf Glocken. Im Ersten Weltkrieg konnten die Glocken im Turm verbleiben. Vier Glocken aus dem Dachreiter wurden am 18. August 1918 eingeschmolzen, eine Glocke blieb erhalten. Die verbliebenen Glocken wurden am 28. MĂ€rz 1945 beim Brand des Doms zerstört.cite-ref-bkw-58-80-0[80]

HauptgelÀut im Westriegel

Nach dem Zweiten Weltkrieg goss am 29. Januar 1948 die Glockengießerei Petit & Gebr. Edelbrock fĂŒnf neue Glocken mit der Schlagtonfolge h0–d1–e1–fis1–g1.cite-ref-peter-81-0[81] FĂŒr die drei großen Glocken wurde das Material der im Krieg zerstörten alten Glocken mit verwendet. Am 3. MĂ€rz 1950 wurden die Glocken beim Richtfest des Westwerks geweiht.cite-ref-neuweihe-29-2[29] Im Turm ergaben die Druck- und SchubkrĂ€fte der Glocken große Probleme, die nicht gelöst werden konnten. 1993 wurden sie ausgebaut und nach Gifhorn verkauft.cite-ref-pieper-853-82-0[82]cite-ref-83[83]

Das jetzige GelĂ€ut aus neuer Bronze entstand in mehreren GĂŒssen durch die Glockengießerei Hans August Mark aus Brockscheid.cite-ref-84[84] Am 11. MĂ€rz 1994 weihte der Paderborner Weihbischof Paul Nordhues die ersten Glocken. Sie hĂ€ngen in einem Eichenholz-Glockenstuhl im Westwerk des Doms; ĂŒberschwere Holzjoche sorgen fĂŒr einen verlangsamten LĂ€uterhythmus.cite-ref-85[85] Zeitgenössische KĂŒnstler gestalteten die Glocken mit Reliefs und Inschriften.

| Glocke | Name | Gussjahr | Durchmesser | Masse | Schlagton ( HT - 1 ⁄ 16 ) | KĂŒnstler |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Frieden Christi | 1993 | 2003 mm | 5495 kg | gis 0 +2 | Leopold Haffner |
| 2 | Maria | 1993 | 1537 mm | 2445 kg | cis 1 +1 | Heinrich Gerhard BĂŒcker |
| 3 | Petrus | 1993 | 1386 mm | 1850 kg | dis 1 +4 | Johannes Halekotte |
| 4 | Gorgonius | 1994 | 1312 mm | 1515 kg | e 1 +3,5 | Leopold Haffner |
| 5 | Magdalena | 1994 | 1164 mm | 1105 kg | fis 1 +4 | JĂŒrgen Suberg |
| 6 | Herkumbert | 1998 | 1091 mm | 0 955 kg | gis 1 +3 | Paul Reding |
| 7 | Franziskus | 1994 | 1053 mm | 0 880 kg | a 1 +6 | Walter Habdank |
| 8 | Pauline | 1998 | 0 844 mm | 0 509 kg | cis 2 +6 | Schwester Erentrud Trost |

GelÀut im Vierungsturm

Die neuen Zimbel-Glocken fĂŒr den wiedererbauten Vierungsturm wurden im November 2010 von der Glockengießerei Mark (Brockscheid/Eifel) aus Zinnbronze gegossen und am 18. Dezember 2011 durch den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe geweiht. Am 19. Dezember 2011 wurden sie im Vierungsturm montiert.cite-ref-86[86]

Die neuen Glocken tragen Namen von Seligen und Heiligen.cite-ref-87[87]cite-ref-88[88] Auf den Glocken befinden sich Inschriften, unter anderem aus dem Magnificat. Außerdem sind auf ihnen etwa 12 cm große Bildnisse der Heiligen bzw. des Mindener Domes angebracht.cite-ref-89[89] Auf ihrer Flanke tragen die neuen Kirchenglocken jeweils die Angabe Eifeler Glockengiesserei C. Mark-Maas, Brockscheidt, gegrĂŒndet 1840 sowie die Orts- und Jahresangabe Minden 2011. Darunter befinden sich Lobpreisungen und Bitten mit BezĂŒgen auf die Namensgeber. Alle Inschriften sind in Versalien gehalten.cite-ref-festschrift-2011-90-0[90]

Mit der Weihe der neuen Glocken und deren AufhĂ€ngung im neuen Vierungsturm ist der Wiederaufbau des Domes nach der Weihe des GebĂ€udes im Jahre 1957 vollstĂ€ndig abgeschlossen. Die Kosten fĂŒr den Vierungsturm von rund 800.000 Euro trĂ€gt das Land Nordrhein-Westfalen.cite-ref-91[91]

| Glocke | Name | Durchmesser | Masse | Schlagton ( HT - 1 ⁄ 16 ) | Inschrift |
|---|---|---|---|---|---|
| I | Rupert Mayer | 735 mm | 348 kg | e 2 +8 | Meine Seele preist die Grösse des Herrn und mein Geist jubelt ĂŒber Gott meinen Retter, denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun an preisen mich selig alle Geschlechter Dreifaltiger Gott, auf die FĂŒrsprache Mariens und des sel. Rupert Mayer möge in der Kirche Dein Lob niemals verstummen und all unser Tun beitragen zum Aufbau Deines Reiches Die Glocke ist darĂŒber hinaus als einzige mit einer Inschrift auf dem Walm versehen: Gegossen im Jahr der Wiedererrichtung des Chorturmes 2010 als Benedikt XVI. Papst in Rom Hans Josef Becker Erzbischof in Paderborn und Roland Falkenhahn Propst in Minden waren |
| II | Maria Faustyna Kowalska | 664 mm | 246 kg | fis 2 +8 | Denn der MĂ€chtige hat Grosses an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht ĂŒber alle die ihn fĂŒrchten Dreifaltiger Gott auf die FĂŒrsprache der Hl. Faustina schenke der Kirche und Welt dein Erbarmen und lass auch uns Menschen miteinander barmherzig leben |
| III | Nikolaus Groß | 566 mm | 170 kg | gis 2 +4,5 | Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten und zerstreut die im Herzen voll Hochmut sind. Er stĂŒrzt die MĂ€chtigen vom Thron und erhöht die Niederigen Dreifaltiger Gott auf die FĂŒrsprache des sel. Nikolaus lass uns Christen unsere Verantwortung in Politik und Gesellschaft erkennen und in deinem Auftrag wahrnehmen. |
| IV | Adolph Kolping | 560 mm | 150 kg | a 2 +8 | Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lĂ€sst die Reichen leer ausgehen Dreifaltiger Gott auf die FĂŒrsprache des sel. Adolph Kolping lass alle Menschen Ausbildung und Arbeit finden damit sie menschenwĂŒrdig leben können |
| V | Edith Stein | 487 mm | 118 kg | h 2 +7 | Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen das er unseren VĂ€tern verheissen hat Abraham und seinen Nachkommen auf Ewig Dreifaltiger Gott auf die FĂŒrsprache der hl. Edith Stein lass uns nur dich suchen und finden und versöhne in dir die Menschen des Alten und des Neuen Bundes |

Domschatz

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Hauptartikel

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Mindener Domschatz

Der Mindener Dom besitzt in seinem Domschatz liturgische GerĂ€te unterschiedlicher Epochen, die ĂŒber tausend Jahre im Zusammenhang mit dem Bistum Minden und der Kathedralkirche gesammelt wurden. Sie sind im Haus am Dom fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich.

Ein bedeutendes Exponat ist neben dem Mindener Kreuz aus dem 11. Jahrhundert ein silbernes Reliquienkreuz aus der Zeit um 1300. Der Petrischrein, das Becherreliquar aus dem 12. Jahrhundert und ein Reliquiar in der Form des rechten Arms des Dompatrons Gorgonius sind ebenso wie ein Reliquienarm der heiligen Margareta erhalten geblieben.

Siehe auch
Literatur

‱ Hermann Deuker, Siegfried Kessemeier, Jochen Luckhardt: Dom und Domschatz in Minden. Langewiesche, 1982, ISBN 3-7845-4830-X.
‱ Jörg Ernesti: Die mittelalterliche deutsche Kathedralkirche nach 1945 – Wiederaufbau oder Neuschöpfung? Das Beispiel des Mindener Domes. In: WestfĂ€lische Zeitschrift. Band 154, 2004, S. 371–390.
‱ Hans Gelderblom: Der Kreuzgang am Dom zu Minden. In: Mitteilungen des Mindener Geschichts- und Museumsvereins. Jahrgang 39, 1967, S. 1–36.
‱ Karl Hengst; Historische Kommission fĂŒr Westfalen (Hrsg.): WestfĂ€lisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer GrĂŒndung bis zur Aufhebung. Teilband 1: Ahlen–MĂŒlheim. Aschendorff, MĂŒnster i. Westfalen 1992, S. 593–606.
‱ Paul Jakobi: Der Dom zu Minden – Zeuge des Glaubens. 2. Auflage. Bonifatius, 2005, ISBN 3-00-015541-4.
‱ Albert Ludorff: Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 11. Schoeningh, Verlagsbuchhandlung in Paderborn, MĂŒnster i. W. 1902 (UB Bielefeld, bei archive.org [abgerufen am 28. November 2010]).
‱ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, S. 1507 (Übersicht ĂŒber die fĂŒnf Teile des 50. Bandes).
‱ Werner Rösner: Der Dom zu Minden. In: DKV-KunstfĂŒhrer. 11. Auflage. Band 321. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-422-02112-9.
‱ William C. Schrader: The Cathedral Chapter at Minden and its Members, 1650–1803. In: WestfĂ€lische Zeitschrift. Band 139, 1989, S. 83–122 (englisch).
‱ Heinz WĂ€hler: 75 Ausflugsziele im Minden-LĂŒbbecker Land. 8. Auflage. J.C.C. Bruns, Minden 2010, Kapitel: Minden: Die alte Domfreiheit, S. 264.

Medien

‱ Dompfarramt, Dombauverein (Hrsg.): Zeuge der Geschichte – Der Dom zu Minden. 2007 (DVD-Video, 19 min. Herausgegeben zu den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Wiederaufbaus des Domes nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. EnthĂ€lt neben Informationen zum Domschatz und der Architektur des Doms auch Einblicke in das Lapidarium und die Vorbereitungen zum Gottesdienst in der Sakristei).
‱ Gereon Krahforst: Dom zu Minden – Glocken und Orgeln. Axel-Gerhard-KĂŒhl-Verlag, Haselbach 2003 (Compact Disc Digital Audio CD-DA).

Weblinks

Commons

: Mindener Dom

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website des Mindener Doms
‱ Literatur ĂŒber den Mindener Dom im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Bericht: Wo befindet sich das alte Mindener DomgelĂ€ut?

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Impressum. In: Pastoralverbund Mindener Land. Pastoralverbund Mindener Land, abgerufen am 7. Februar 2021.
cite-note-22. ↑ Franz Ruppel: Der Dom zu Minden. Hrsg.: www.discover-guides.de. Hamburg, ISBN 3-939609-32-3, S. 59.
cite-note-ausgrabung-25-33. ↑ Klaus GĂŒnter: Die Ausgrabungen auf dem Domhof in Minden 1974–1977. In: Hans Nordsiek (Hrsg.): Zwischen Dom und Rathaus, BeitrĂ€ge zur Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Minden. Minden 1977, S. 25.
cite-note-bkw-1137-44. ↑ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, Kapitel: Die Domfreiheit, S. 1137.
cite-note-schroeder-55. ↑ Johann Karl von Schroeder: Minden und das Mindener Land in alten Ansichten. 1. Auflage. Aschendorff, MĂŒnster 1971.
cite-note-mt-2006-66. ↑ JĂŒrgen LangenkĂ€mper: Hochwasser 1946 war keine Sintflut. MT-Serie Jahrhunderthochwasser 1946 (Teil 6). In: Mindener Tageblatt. Nr. 37, 13. Februar 2006, S. 7.
cite-note-ausgrabung-28-77. ↑ Klaus GĂŒnter: Die Ausgrabungen auf dem Domhof in Minden 1974–1977. In: Hans Nordsiek (Hrsg.): Zwischen Dom und Rathaus, BeitrĂ€ge zur Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Minden. Minden 1977, S. 28.
cite-note-ausgrabung-33-88. ↑ Klaus GĂŒnter: Die Ausgrabungen auf dem Domhof in Minden 1974–1977. In: Hans Nordsiek (Hrsg.): Zwischen Dom und Rathaus, BeitrĂ€ge zur Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Minden. Minden 1977, S. 33.
cite-note-ausflugsziele-99. ↑ Heinz WĂ€hler: 75 Ausflugsziele im Minden-LĂŒbbecker Land. 8. Auflage. J.C.C. Bruns, Minden 2010, Kapitel: Minden: Die alte Domfreiheit.
cite-note-pfarrnachrichten-1010. ↑ Pastoralverbund Mindener Land: Dom zu Minden – Wiederaufbau des Vierungsturms mit einem 5-stimmigen GelĂ€ut. In: Pastoralverbund Mindener Land (Hrsg.): Pfarrnachrichten. Nr. 22, Juni 2009 (dom-minden.de [PDF; abgerufen am 4. November 2010]).
cite-note-1111. ↑ Kath. Dompfarrkirche St. Petrus und Gorgonius. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 27. September 2010; abgerufen am 30. September 2010 (Bitte Suchfunktion nutzen. Direktlink nicht möglich).
cite-note-roesner-21-121. Werner Rösner: Der Dom zu Minden. In: DKV-KunstfĂŒhrer. 11. Auflage. Band 321. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-422-02112-9, S. 21.
cite-note-ehlers-1313. ↑ Caspar Ehlers: Die Integration Sachsens in das frĂ€nkische Reich. In: Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Geschichte. Band 231. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-35887-0, S. 80 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche – Zugl. Habilitation UniversitĂ€t WĂŒrzburg 2005).
cite-note-deuker-8-1414. ↑ Hermann Deuker, Siegfried Kessemeier, Jochen Luckhardt: Dom und Domschatz in Minden. Langewiesche, 1982, ISBN 3-7845-4830-X, S. 8.
cite-note-roesner-23-1515. ↑ Werner Rösner: Der Dom zu Minden. In: DKV-KunstfĂŒhrer. 11. Auflage. Band 321. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-422-02112-9, S. 23.
cite-note-gelderblom-1616. ↑ Hans Gelderblom: Die Grabungen und Funde im Mindener Dom als FĂŒhrer in die eigene Vergangenheit und als Wegweiser zu zeitgenössischen Werken in Westfalen. In: Mindener GeschĂ€ftsverein (Hrsg.): Mindener BeitrĂ€ge zur Geschichte, Landes- und Volkskunde des ehemaligen FĂŒrstentums Minden. Band 10. Bruns, Minden 1964.
cite-note-1717. ↑ Vor 1000 – Mindener Domschule. Die Geschichte der Domschule – Die Geschichte des Mindener Domes. (PDF; 27 kB) Domschule Minden, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 12. Mai 2015; abgerufen am 21. November 2010.
cite-note-roesner-4-1818. ↑ Werner Rösner: Der Dom zu Minden. In: DKV-KunstfĂŒhrer. 11. Auflage. Band 321. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 2007, ISBN 978-3-422-02112-9, S. 4.
cite-note-1919. ↑ Beschreibung am Modell des Sigbert-Domes
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cite-note-2222. ↑ Lampert von Hersfeld: Annales, ad a. 1062, in: Oswald Holder-Egger (Hg.), Lamperti monachi Hersfeldensis Opera (MGH SS rer. Germ. 38), Hannover/Leipzig 1894 (Digitalisat: Internet Archive).
cite-note-bkw-60-2323. ↑ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, S. 60.
cite-note-2424. ↑ Johann Josef Böker: Bischof Sigward und der Mindener Dombau im 12. Jahrhundert. In: Niederdeutsche BeitrĂ€ge zur Kunstgeschichte Band 31, 1992, S. 23–37.
cite-note-leschhorn-2525. ↑ Wolfgang Leschhorn: Die Hochzeit Heinrichs des Löwen mit Mathilde von England im Dom zu Minden 1168. Festrede anlĂ€sslich des 840. Jahrestages der Hochzeit im Jahr 2008. (dom-minden.de [PDF; abgerufen am 20. Oktober 2010]).
cite-note-bkw-61-2626. ↑ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, S. 61.
cite-note-pieper-297-2727. ↑ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, Kapitel: VI Das Langhaus, S. 297.
cite-note-kessemeier-10-2828. ↑ Hermann Deuker, Siegfried Kessemeier, Jochen Luckhardt: Dom und Domschatz in Minden. Langewiesche, 1982, ISBN 3-7845-4830-X, Kapitel: Baumotive des bestehenden Domes und ihre Geschichte, S. 10.
cite-note-neuweihe-2929. ↑ Hans-JĂŒrgen Amtage: 50. Wiederkehr der Neuweihe des Mindener Doms. In: www.amtage.de – das private Minden-Magazin ĂŒber die Stadt Minden (Westfalen). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. Dezember 2015; abgerufen am 21. Dezember 2015.
cite-note-mt-2009-12-07-3030. ↑ Hans-JĂŒrgen Amtage: Zwei Reliquien im neuen Altar. Weihbischof Manfred Grothe vollzieht Weihe des Anbetungsraumes im Mindener Dom. In: Mindener Tageblatt. 7. Dezember 2009 (mt-online.de [abgerufen am 21. September 2010]).
cite-note-schlichter-3131. ↑ Christian Schlichter: Ruhe fĂŒr die Anbetung. In: Erzbischof von Paderborn (Hrsg.): Der DOM. Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn. Nr. 32. Bonifatius, 4. August 2008 (html [abgerufen am 21. September 2010]).
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cite-note-3535. ↑ Hans-JĂŒrgen Amtage: Laurentius. In: www.amtage.de – das private Minden-Magazin ĂŒber die Stadt Minden (Westfalen). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. Dezember 2015; abgerufen am 21. Dezember 2015.
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cite-note-kruppa-3838. ↑ Nathalie Kruppa: Emanzipation vom Bischof. Zum VerhĂ€ltnis zwischen Bischof und Stadt am Beispiel Mindens. In: Uwe Grieme (Hrsg.): Bischof und BĂŒrger: Herrschaftsbeziehungen in den KathedralstĂ€dten des Hoch- und SpĂ€tmittelalters. Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Geschichte. Band 206. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-35858-X, S. 67–87, hier: S. 69 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
cite-note-3939. ↑ Siegfried Kessemeier, Jochen Luckhardt, Hermann Deuker: Dom und Domschatz in Minden. K.R. Langewiesche Nachfolger H. Köster, 1982, ISBN 978-3-7845-4830-2, S. 7 (google.at [abgerufen am 25. Dezember 2024]).
cite-note-402. Hans-JĂŒrgen Amtage: Dom zu Minden. In: amtage.de – privates Magazin ĂŒber die Stadt Minden (Westfalen). Abgerufen am 21. Dezember 2015.
cite-note-baumotive-4141. ↑ Hermann Deuker, Siegfried Kessemeier, Jochen Luckhardt: Dom und Domschatz in Minden. Langewiesche, 1982, ISBN 3-7845-4830-X, Kapitel: Baumotive des bestehenden Domes und ihre Geschichte.
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cite-note-6767. ↑ „selbviert“ = veraltet fĂŒr „als Teil einer Vierergruppe“
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cite-note-pieper-853-8282. ↑ Roland Pieper, Anna-Beatriz Chadour-Sampson: Stadt Minden. Teil II: Altstadt 1 & Der Dombezirk. In: Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn (Hrsg.): Bau- und KunstdenkmĂ€ler von Westfalen. Band 50. Klartext-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-632-4, Kapitel: VII Ausstattung. Die Glocken, S. 853.
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cite-note-8686. ↑ Glockendatenbank createsoundscape.de: Kath. Domkirche St. Gorgonius und St. Petrus in Minden
cite-note-8787. ↑ Informationen zu den neuen Glocken
cite-note-8888. ↑ Vgl. auch die Informationen zu den neuen Glocken (PDF; 327 kB) auf der Website der Gemeinde
cite-note-8989. ↑ Vgl. auch die Bild –Mindener Tageblatt Zimbelglocken fĂŒr Vierungsturm Von Arnold Weigelt am 26. November 2010 auf der Website des Mindener Tageblattes
cite-note-festschrift-2011-9090. ↑ Festschrift anlĂ€sslich der Weihe der Glocken des wiedererrichteten Vierungsturmes am Dom St. Gorgonius und St. Petrus, Minden, 18. Dezember 2011.
cite-note-9191. ↑ Mindener Tageblatt: Glocken zur Orientierung und Wegweisung erschienen am 19. Dezember 2011, abgerufen am 19. Dezember 2011.

52.2888488.91942942coordinatesKoordinaten: 52° 17â€Č 20″ N, 8° 55â€Č 10″ O